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Datum:27.01.2018
Titel:Akkordeon Orchester Ipsach - Jahreskonzert 2018 - Cinema
Bericht:
«Switzerland first» - eine bekannte aber abgewandelte Aussage. Also haben wir unser Programm nicht neuberndeutsch «Movie» genannt, sondern «Cinema». Schliesslich liegt Ipsach unweit des viel zitierten Röstigrabens.
Am 26. und 27. Januar 2018 empfing das Akkordeon Orchester Ipsach das zahlreiche Publikum im Kinosaal. Nach einem guten Essen konzentriert sich das Blut eher in der Körpermitte. Also holten wir die Besucher mit dem Rocky-gen «Eye of the Tiger» aus der Verdauungspause.
Wer erinnert sich nicht gerne an den mehrteiligen Film «Die Dornenvögel» aus dem Jahr 1983? Mit der sanften Titelmelodie, komponiert von Henry Mancini, wurden Erinnerungen geweckt an das Beziehungsdrama des Paters Ralph de Bricassart, gespielt von Ralph Chamberlain.
Ein weiterer Kinoklassiker ist «Doktor Schiwago» mit Omar Sharif. Er spielt in der Zeit des ersten Weltkrieges, der Oktoberrevolution 1917 und des Bürgerkrieges. Der Film dauert mehr als drei Stunden. Die Titelmelodie «Laras Theme» bleibt dabei vielen unvergesslich.
Mit dem Oscar prämierten Song «What a Feeling» aus dem Musik- und Tanzfilm «Flashdance» steigerten wir wieder das Tempo. Der Song war im Sommer 1983 während vier Wochen die Nr. 1 in der Schweizer Hitparade.

Mit diesem Konzert verabschieden wir unsere langjährige Präsidentin Greti Neff. Sie gibt die Verantwortung weiter, wird uns aber als Akkordeonspielerin erhalten bleiben. Mit einem von Sergio Castelli komponierten Cha-Cha-Cha, den das Orchester heimlich eingeübt hat, ehrt das Orchester die Verdienste von Greti. Sie erhält das Notenblatt und darf sich die Präsentation mit einem Glas Prosecco in der Hand anhören. Hab’ ich da eine kleine Träne im Augenwinkel gesehen?
 
Merci Gretti Neff!

Mit viel Engagement interessiert unsere Dirigentin und Musiklehrerin Maria Werren schon die Jüngsten fürs Akkordeonspiel. Es beginnt mit dem Ferienpass während der Sommerferien und nach wenigen Monaten wagen sich die Nachwuchsspielerinnen und Nachwuchsspieler bereits auf die Bühne und vor ein grosses Publikum. Die Piratenbräute und Piraten zeigen dem begeisterten Publikum was sie in der kurzen Zeit gelernt haben. Die «Ferienpässler 2016» bieten in passender Verkleidung «Ds Grossmüetti».
 

Unsere beiden ältesten Junioren, Michelle und Mio, zeigen mit dem anspruchsvollen Stück «Carillon» von Sergio Castelli., was sie in gut drei Jahren gelernt haben. Sie spielen jetzt schon bei einzelnen Stücken des Orchesters mit.
 
Die Junioren und die Wiedereinsteiger interpretieren die Titelmelodie zu «Biene Maja». Der Titelsong der deutschsprachigen Version der Serie wurde von Karel Svoboda komponiert und von Karel Gott gesungen.
Der in Schwarzweiss gedrehte Film «Der dritte Mann» mit Orson Wells spielt in Wien nach dem zweiten Weltkrieg. Zur Bekanntheit des Films trugen unter anderem das von Anton Karas auf der Zither gespielte Harry-Lime-Thema und die finale Verfolgungsjagd durch die Wiener Kanalisation bei.
Der Filmgeschichte um den Piraten Captain Jack Sparrow, um Will Turner und Elizabeth Swann ist auch den jüngeren Zuhörer ein Begriff. Die Musik zum Film wurde von Klaus Badelt geschrieben. Das Samstagabendpublikum hat hier schon die erste Zugabe erklatscht.
Für Western-Film-Fans ist Ennio Morricone ein Begriff. Viele Filme hat er mit seinen Kompositionen geprägt. Unvergesslich sind die Melodien zu «Spiel mir das Lied vom Tod». Im Medley «Morricone Special» lassen die Titel «The Man With The Harmonica - Once Upon A Time In The West - Farewell To Cheyenne und Jill’s America» die Filmszenen vor dem inneren Auge wieder lebendig werden. Und wieder fordert das Publikum sofort eine Zugabe. Auch diesen Wunsch erfüllen wir gerne.
Das Publikum hat noch nicht genug. Mit der Zugabe «Colonel Bogey» möchte sich das Orchester verabschieden, was das Publikum aber nicht will. Wir spielen noch einmal den Cha-Cha-Cha «Fürs Greti» und das Eröffnungsstück «Eye oft he Tiger». Erst jetzt darf sich der Vorhang schliessen.

Durch den Abend begleitet wurden wir erneut von Thomas Buser mit seiner witzigen und informativen Moderation. Dabei schlüpfte er für fast jede Ansage in ein anderes Kostüm. Seine Outfits als Boxer Rocky Bilbao, als Pater Ralph de Bricassart, als Doktor Schiwago im Nerzmantel, als Biene Maja, als der 3. Mann, als Piratencaptain oder als der Mann mit der Mundharmonika wurden vom Publikum mit freudigem Lachen begrüsst.
 

Das Orchester gibt die Bühne frei für den Aufbau zum Einakter «Glück im Spiu – Päch im Stau».
Auf dem Bauernhof von Christoph Zwicky läuft’s nicht sonderlich gut. Im Stall verrecken die Kühe und der weltbeste Elektriker macht mit seinen Installationsaufträgen auch nicht vorwärts. Zudem flieht die Grossmutter Alma per Auto- und Töffstopp aus dem Altersheim und ihre geldgierige Tochter Gertie möchte sich den Blick-Spielgewinn unter den Nagel reissen. Bauer Christoph und Karin, die Spitex-Hilfe, gestehen sich endlich ihre Liebe zueinander ein und die Grossmutter Alma geht mit ihrer Hippie-Töffbekanntschaft auf eine Gotthardtour mit der Harley-Davidson. Jetzt zeigt der weltbeste Elektriker was er kann, schaltet die moderne Lichttechnik ein – und finster war’s.
 

Ein Bericht
Erfasser:Peter Scholl, Akkordeonorchester Ipsach