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Datum:12.11.2018
Titel:Very British: Die Beatles und Queen machen auch auf dem Akkordeon eine gute Figur
Bericht:

Das Handharmonika-Orchester spielte Stücke von Queen über die Beatles bis Elton John. Die Leistung war vorzüglich.

 

Erneut boten das Handharmonika-Orchester Solothurn und seine Jugend-Akkordeon-Gruppe unter der musikali-schen Leitung von Susanne Weber und mit Nathalie Schmelzer (Klavier und Percussion) ein vielseitiges Musikprogramm, durch das Daniel Bachmann führte. Die Theatergruppe mit Heidi Affolter als Regisseurin riss das Publikum mit Lukas Bühlers «geistreichem» Einakter «D’Geischter vom Lindehof» zu Lachstürmen hin.

 

Das Motto des Konzertteils lautete «very british». Die Jugend-Akkordeongruppe, die ihr zehnjähriges Bestehen feiert, eröffnete mit dem Evergreen «When the saints go marching in». Das Stück ist zwar nicht extrem british, sondern amerikanisch, aber es brachte gleich viel Schwung in den gut gefüllten Saal. Umso britischer die anschliessenden «Can you feel the love tonight» von Elton John und der Beatles-Ohrwurm «Ob-la-di Ob-la-da». Das Publikum for-derte stürmisch eine Zugabe und erhielt sie mit einem Stück von Enrique Iglesias.

 

Gewaltig dann das erste Stück des Orchesters, der Militärmarsch Nummer 1 aus Edward Elgars Kompositionsreihe «Pomp and circumstance», arrangiert von Werner Niehus. In «Caravans Theme» von Mike Batt/Verena Mehls gelang es dem Orchester, den Zuhörer vor dem inneren Auge Kamele durch die Wüste ziehen zu sehen. Es folgte die facettenreiche, einfühlsam interpretierte «Bohemian Rhapsody» von Freddi Mercury, arrangiert von Hans-Günther Kölz.

 

«Sailing» von Rod Stewart im Arrangement von Rudi Braun, ein sehr fein gehaltenes Stück, liess die Träume nicht abbrechen, während «Always look on the bright side» von Eric Idle das Publikum beschwingt-locker ein imaginäres Trottoir hinunter schlendern liess.

 

Der vielseitige «Elton John in Concert», für Akkordeonorchester gesetzt von Jürgen Schmieder, riss das Publikum erneut mit; eine vorzügliche Leistung des Handharmonika-Orchesters Solothurn, das auch über eine ganze Reihe von Solistinnen und Solisten verfügt. Es ist gar nicht so leicht, einen Elton John umzusetzen - der riesige Applaus war berechtig. Die Musizierenden bedankten sich auch mit dem Solothurner-Marsch als zweiter Zugabe.

Lustig-gruseliges Theater

 

Wenn’s ans Erben geht, wird’s oft schwierig. Das ist auch in Lukas Bühlers «D’Geischter vom Lindenhof» nicht anders. Rösi (Agnes Neeser) möchte auf dem von Godi geerbten Gut Bäuerin bleiben, ihre Schwester Claire (Liliane Ingold) daraus aber mithilfe eines gefälschten Testaments einen Hotelbetrieb machen. Als sie zusammen mit ihrem Mann Ottokar (Jonas Anderegg) auftaucht, erscheint auch der Geist des Erblassers Godi. Das wiederum veranlasst Claire, schnurstracks die Geisterjägerin Harzenmoser (Stephanie Schnei-der) zu engagieren.

 

Die Magd Annekäthi (Sylvia Huggler) bekommt Wind davon und heckt einen Plan aus. Zusammen mit dem Knecht Godi (Reto Imgrüt), mit dem sie in inniger, gegenseitiger Hassliebe» verbunden ist, «regelt» sie das Verwirrspiel bis hin zum vergnüglichen, frenetisch beklatschten Ende.

Erfasser:Mark A. Herzig